Bundeswettbewerb

Bundeswettbewerb Mathematik
Für wen ist der Wettbewerb gedacht?
Zur offiziellen Hompage des Wettbewerbs Der Bundeswettbewerb Mathematik ist ein mathematischer Schülerwettbewerb für alle an Mathematik Interessierten. Er besteht aus zwei Hausaufgabenrunden und einer abschließenden Gesprächsrunde. Der Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die eine zur allgemeinen Hochschulreife führende Schule besuchen. Mit interessanten und anspruchsvollen Aufgaben möchte er sie anregen, sich eine Zeit lang intensiv mit Mathematik zu beschäftigen. Neben dem mathematischen Schulwissen muss man zur Teilnahme vor allem auch etwas Ausdauer mitbringen.

Wie läuft der Wettbewerb ab?
In den beiden Hausaufgabenrunden werden jeweils vier Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen der Elementarmathematik gestellt. Sie müssen in ca. zwei Monaten in Hausarbeit, ohne fremde Hilfe bearbeitet werden.
In der ersten Runde sind auch Gruppenarbeiten zugelassen, die allerdings das Korrekturverfahren außer Konkurrenz durchlaufen und deshalb auch nicht mit Preisen versehen werden.
In der dritten Runde, auch Kolloquium genannt, geht es nicht mehr um das Lösen von Aufgaben. Hier führt jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin ein knapp einstündiges Fachgespräch mit je einem Mathematiker bzw. einer Mathematikerin aus Universität und Schule. Außerdem gestalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gegenseitigen Kennenlernen ein Rahmenprogramm mit ganz unterschiedlichen Beiträgen.

Was gibt es zu gewinnen?
In der ersten Runde gibt es Urkunden für erste, zweite und dritte Preise. In der zweiten Runde gibt es zusätzlich Geldpreise bis zu 300 DM. Die Preisträger(innen) der dritten Runde, die Bundessieger(innen), werden auf Grund der Beteiligung der Studienstiftung des deutschen Volkes am Kolloquium mit Beginn eines Studiums in die Förderung der Studienstiftung aufgenommen. Außerdem winken verschiedene Sonderpreise.

Wer veranstaltet den Wettbewerb?
Träger des Bundeswettbewerbs Mathematik ist der Verein Bildung und Begabung e.V. Der Wettbewerb wird gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft finanziert und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die Kultus- und Schulbehörden der Länder unterstützen ihn und befürworten die Teilnahme.

Markus Upmeier 2. Bundessieger 2005
Im Bundeswettbewerb Mathematik 2004/05 hat Markus Upmeier (Abitur 2005) einen hervorragenden 2. Platz belegt. Damit gehört er zu den 3 besten hessischen und zu den 26 besten deutschen Mathematikern seines Jahrgangs. Gratulation!
Im Wintersemster 2005/06 hat Markus Upmeier das Studium der Mathematik in Göttingen aufgenommen; im Nebenfach studiert er Physik.
Bericht von einer erfolgreichen Teilnahme im Jahr 1997
Ich komme aus Armenien. Dort gibt es ein einheitliches, koedukatives Schulsystem vom 1. bis zum 10. Schuljahr mit der Klassenstärke 30 in Schulen mit ca. 1 500 Schülern. Von Montag bis Freitag ist dort in der Regel 6 Stunden Unterricht, die Lehrer sind jeweils nur in einem Fach ausgebildet und eingesetzt, aus Raumnot hatte an unserer Schule ungefähr die Hälfte der Klassen nur Nachmittagsunterricht.

In den 3 Monate langen Sommerferien durfte ich – ich war ganz gut in der Schule, Mathematik, Biologie und Physik fielen mir leicht – an einer Eignungsprüfung für die PHYSMATH-Schule in der Hauptstadt teilnehmen, die ich bestand.

Vom 7. Schuljahr an hatte ich dort in einer Klasse mit 4 Mädchen und 21 Jungen jeden Tag 2 Stunden Mathematik, in der Woche 3 Stunden Biologie, 3 Stunden Chemie und 4 Stunden Physik, als Fremdsprachen Englisch und Russisch. Nach dem 10. Schuljahr hätten wir dann studieren dürfen, wenn wir die notwendige Aufnahmeprüfung bestanden hätten.

Nach dem 8. Schuljahr gingen meine Eltern mit meinem Bruder und mir nach Deutschland, nach Hachborn, und ich besuchte die Gesamtschule Ebsdorfer Grund. Mathematik fiel mir dort immer noch leicht, aber Deutsch mußte neu gelernt werden und das Grundwissen für viele neue Fächer mußte ich mir aneignen, das war mühsam und kostete viel Zeit.

Nach dem Wechsel an das Gymnasium Philippinum wählte ich in der Jahrgangsstufe 12 die Leistungskurse Mathematik und Physik, weil in diesen Fächern immer noch mein Schwerpunkt liegt. Durch ein Plakat erfuhr ich dann, daß es in der Bundesrepublik auch so etwas wie in der ehemaligen Sowjetunion gibt, nämlich Wettbewerbe und Olympiaden in Mathematik.

Hier wollte ich natürlich auch mitmachen, aber das war alles nicht so ganz einfach, die Aufgaben waren leicht zu bekommen, aber von dem in der Schule behandelten Stoff so verschieden, daß ich recht lange brauchte, um – in meiner Freizeit – die 4 Aufgaben zu lösen.

Da ich die verlangten Aufgaben richtig gelöst hatte, kam ich in die zweite Runde und es gab vier neue Aufgaben, die ich in den letzten Sommerferien lösen konnte. Dabei war eine meiner Darstellungen so ungewöhnlich, daß der Korrektor diese zunächst für unvollständig hielt und mich für einen 3. Platz vorschlug. In dem Begleitschreiben wurde ausgeführt, daß man noch weitere Erklärungen zur Bewertung der Aufgaben erhalten könne, daß aber ein Einspruch an der Plazierung nichts ändern würde. Ich habe zuerst meine Mathematiklehrerin, Frau Weckesser, von der Vollständigkeit meiner Lösung der Aufgabe überzeugen können, und auf mein diesbezügliches Schreiben folgte dann doch – ausnahmsweise – die Zuerkennung eines 2. Preises.

Ich bin also eines der beiden Mädchen aus Hessen, die bei dem Wettbewerb gut abgeschnitten haben, neben 10 anderen Mädchen aus der Bundesrepublik und 74 Jungen, die gleich gut oder besser sind. Da hat sich die Mühe doch gelohnt.

Am 4. Dezember 1997 fand in Ingelheim die Preisverleihung für die Preisträgerinnen und Preisträger aus Hessen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz statt. Gastgeber war die Firma Boehringer, die sich im Verein Bildung und Begabung e. V. engagiert. Im Rahmen einer Feierstunde wurden uns die Urkunden und ein Gastgeschenk überreicht.

Und weil es Spaß macht, Sachen zu können, die andere nicht können, habe ich auch noch bei der Auswahlklausur für die Internationale Mathematik-Olympiade teilgenommen. Ich werde aber wohl nicht bei denen sein, die so gut gewesen sind, daß sie bei der Endausscheidung in Taiwan Mathematikaufgaben lösen dürfen.

Ich werde mich jetzt wieder mehr mit Schulaufgaben in Mathematik und Physik beschäftigen, vielleicht auch im neuen Mathematikwettbewerb erfolgreich sein und nach dem Abitur Informatik studieren. Da gibt es noch genug Probleme zu lösen.

Ruzan Chaginian

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