Jugend gründet 2013/2014 – Zwischenrunde

Schon einmal ein haut- und umweltfreundliches Duschgel am Automaten zusammengestellt und gezogen?
Nein? Das ist nicht erstaunlich, denn hierbei handelt es sich um eine Schülerinnovation.

Am Freitag, den 24.01.14 kamen Herr Stephan Reuter, Geschäftsführer der FirmaOptima Pharma aus Mornshausen, und Herr Holger Karches, Leiter Einkauf der Firma Buderus Edelstahl aus Wetzlar, um die Businesspläne der AG Jugend gründet (E-Phase) zu beurteilen. Knapp ein Schulhalbjahr hatten eine Mädchengruppe (Luisa Kuhl, Alexandra Plein, Rebecca Schömann) und eine Jungengruppe (Lennart Reissner, Simon Kressin, Wolf Löchel) Zeit, um einen Businessplan für eine Marktinnovation zu kreieren. Die Gruppenzusammenstellung ergab sich dabei zufällig.

Während die Mädchengruppe die Idee verfolgte, Duschgelautomaten aufzustellen, an denen der Kunde sein eigenes natur- und
hautfreundliches Shampoo sowie sein Duschgel mischen (Duft, Inhaltsstoffe) und in speziell geschützten Flaschen abfüllen  kann, gingen die Jungen dem Gedanken nach, eine Restaurantkette zu gründen, für die sowohl gewöhnliche Kunden als auch Nahrungsmittelallergiker über eine App ihr Menü zusammenstellen können. Beide Ideen umfassen noch weitere Bestandteile, sodass es sich dabei um echte Innovationen handelt.


Um die Realisierbarkeit der Ideen zu überprüfen, machten sich beide Gruppen daran,
über zahlreiche Telefonate, Emails und Recherchen im Netz die notwendigen Informationen zu sammeln. Dabei wurde immer deutlicher, welch komplexe Zusammenhänge zu beachten sind. So ergaben sich häufig aus einer gelösten Fragestellung zig neue Probleme, die es zu lösen galt. Welche Kundenmilieus gibt es
eigentlich und wen genau könnte unser Produkt ansprechen?
Welche Konkurrenz ist zu beachten und inwiefern unterscheiden wir uns von dieser? Verflixt, dazu gibt es ja noch eine EU-Verordnung! Welche Hygienebestimmungen sind einzuhalten? Was sagt eigentlich das Patentamt dazu? Fragen über Fragen waren zu beantworten und die Gruppen mussten sich selbständig organisieren, um diesen Problemen begegnen zu können.

Erstaunlich war dabei festzustellen, dass das Projekt bei den meisten Unternehmen auf Unterstützung traf. Besonders bedanken möchte ich mich hierbei bei den Firmen Seidel GmbH & Co. KG und Speick naturkosmetik (Walter Rau GmbH & Co. KG Speickwerk) aber auch bei der IHK Marburg.

Am Ende kannten die Schüler u. a. die Wasser- und Lokalmietpreise für die zu gründende Restaurantkette u. die Herstellungskosten für die entsprechende APP. Auch wurde deutlich, dass Flaschen nicht mehr unbedingt die ökologischste Verpackungsform sein müssen und Mischautomaten bei Farben und bei der Getränkeherstellung zwar existieren, aber bei Produkten, die später einmal auf der Kopfhaut oder auf dem Restkörper angewendet werden sollen, aufgrund rechtlicher
Beschränkungen, nicht so einfach zu realisieren sind. Dementsprechend waren Herr Reuter und Herr Karches erstaunt über die Präsentationen der beiden Schülergruppen, die bereits zahlreiche Aspekte berücksichtigt hätten. Sie gaben wertvolle Tipps in Hinblick darauf, was noch zu beachten sei und wie
ein weiteres strategisches Vorgehen aussehen könne.
Schließlich sollen die Schüler in einer zweiten Runde auf einem virtuellen Markt mit ihrem Produkt gegen die Konkurrenz bestehen. Des Weiteren erklärten die zwei Vertreter aus der Wirtschaft, welche weiteren Aspekte ein realer Businessplan noch umfasse und welche Analysemethoden man  diesbezüglich anwende.
Da im Wettbewerb auch zahlreiche kaufmännische Schulen vertreten sind, ist nicht zu erwarten, dass wir uns unter den Spitzenplätzen wiederfinden werden. Aber darum geht es auch gar nicht.

Das bisherige Resultat zeigt, dass das Projekt bei den Schülern das Interesse an ökonomischen Fragestellungen vertieft hat und somit die unternehmerische Kompetenz gestärkt wurde (eine der acht Schlüsselkompetenzen, die die Europäische Kommission
für das lebenslange Lernen formuliert hat). Gleichzeitig zeigen die Innovationen, dass die Schüler sich ihrer sozialen u. ökologischen Verantwortung bewusst sind. Der Blick auf reale Abläufe in unserer vom Kapitalismus geprägten Gesellschaft wird geschärft. Dabei wird gerade im zweiten Teil des Projektes im Unterricht die bisher stark einzelunternehmerisch ausgerichtete Sichtweise über sozialpolitische Fragestellungen komplettiert werden. Hierzu trägt zudem der Unterricht im Fach Politik u. Wirtschaft bei, in dem in der E-Phase im zweiten Halbjahr das Verhältnis von Ökonomie und Ökologie
thematisiert wird.

Steffen Maier

Nachtrag:
Die Mädchengruppe landeten mit ihrem Businessplan im ersten Durchgang auf Platz 77 von weit über 200 Teilnehmergruppen. Dies ist selbstredend eine hervorragende Leistung. Herzlichen Glückwunsch hierzu! Die
Jungengruppe war bisher weniger erfolgreich, was jedoch weniger an ihrer Idee und ihrem Engagement gelegen hat, als vielmehr an technischen Problemen am Tag der Einsendung des Businessplans. Murphys Gesetz schlug wieder einmal zu….

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