Berufsorientierung am Gymnasium Philippinum

Allgemein

Informationsveranstaltung zum Dualen Studium

Marburg. Am 06.11.2017 strömten die Oberstufenschüler/innen der Q-1 ins Kultidrom, um sich über die verschiedenen Möglichkeiten eines Dualen Studiums zu informieren. Frau Lust von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) moderierte die Veranstaltung, zu der Herr Hoffmann (Bundesagentur für Arbeit), Herr Achenbach (Elkamet Kunststofftechnik GmbH) sowie Frau Merle (Ausbildungsleiterin des Finanzamts Marburg-Biedenkopf) und die zukünftige Diplom-Finanzwirtin Frau Pfeiffer eingeladen waren.

Zuerst informierte Frau Lust über das Programm Studium Plus. Hierbei wurden die Möglichkeiten eines Dualen Studiums an der THM thematisiert. Über 600 Betriebe, vor allem aus Hessen, aber auch von weiter weg, wie z. B. Kanada kooperieren mit der Universität. Die Bachelor-Studienangebote reichen vom Wirtschaftsingenieurwesen über Softwaretechnologie bis hin zum Maschinenbau. Weiterhin existieren Angebote für Master-Abschlüsse.

Wer eine überregionale Übersicht zu den Fächern für ein Duales Studium sucht, der wird u. a. auf folgender Seite fündig: https://www.wegweiser-duales-studium.de/freie-studienplaetze/

Schnell wurde in den Beiträgen der eingeladenen Gäste deutlich, dass ein großer Vorteil des Dualen Studiums gegenüber einem allgemeinen Studium in der Bezahlung liegt. Herr Achenbach sprach davon, dass er im ersten Semester etwa 850 € verdiente. Auf einer allgemeinen Hochschule hingegen müssen die Studentinnen und Studenten auf Nebenjobs und/oder BAFÖG zurückgreifen. Sie sitzen häufig in überfüllten Hörsälen, müssen einen Numerus Clausus erfüllen und überteuerte Preise für Mieten zahlen. Zudem ist die Abbrecherquote nicht unerheblich.

Sowohl die Vertreter/innen der THM als auch des Finanzamts können in diesem Kontext auf viel bessere Studienbedingungen verweisen. Beim Finanzamt verdient man bereits im ersten Studienjahr 1000 €. Die Ausbildung zum/r Diplom-Finanzwirt/in dauert drei Jahre, eine Unterkunft wird günstig im Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz Rotenburg a. d. Fulda zur Verfügung gestellt. Die Lerngruppen sind relativ klein und die Durchfallquote unbedeutend.

Bevor es losgehen kann, muss man sich bei einem der 35 Finanzämter in Hessen bewerben. Dabei sollte die Durchschnittsnote besser als 2,5 sein. Außerdem sollten mindestens die letzten zwei Zeugnisse beigefügt sein. Gute Deutsch- und Mathematiknoten sind wünschenswert. Die Fähigkeiten werden in einem Einstellungstest nochmals überprüft.

Auch Elkamet bietet seinen Studierenden eine kostengünstige Unterkunft sowie kleine Lerngruppen an. Die Abbrecherquote fällt auch hier sehr klein aus, da die Lehrkräfte mehr Zeit für die Studierenden aufwenden können und die Unternehmen ein Interesse daran haben, dass ihr Nachwuchs erfolgreich ist.

Unter anderem Herr Hoffmann machte jedoch auch auf mögliche Nachteile des Dualen Studiums aufmerksam und gab Tipps. So binden sich die Studierenden nach dem Studium eine Zeit lang an das Unternehmen oder müssen, wenn sie den Betrieb vorzeitig verlassen, Kosten für die Ausbildung zurückzahlen. Zudem ist die Ausbildung sehr verschult und man hat nicht so viele Freiheiten wie andere Studentinnen/Studenten. Dieser Aspekt wurde jedoch sowohl von Herrn Achenbach als auch von Frau Pfeiffer relativiert. Beide verwiesen zwar darauf, dass eine gewisse Ernsthaftigkeit in ihrem Studium eine Grundvoraussetzung darstellt, so hat Frau Pfeiffer z. B. eine 41-Stunden-Woche, doch bleibe ausreichend Zeit, um mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen die ein oder andere Feier zu gestalten oder auszugehen.

Während bei einem Studium an der allgemeinen Hochschule weitgehend die Zeugnisse ausschlaggebend sind, muss man sich bei einem Dualen Studium zuerst bei einem Betrieb bewerben. Somit ist es wichtig, sich vorher genau über den Betrieb zu informieren sowie geplante Auslandsaufenthalte nach dem Abitur mit den Bewerbungsfristen zu koordinieren. Spätestens ein Jahr vor dem eigentlichen Ausbildungsbeginn sollten die Bewerbungen draußen sein.

Der Arbeitsmarkt ist dermaßen umkämpft, dass erste Betriebe sogar Vorstellungsgespräche vor dem Auslandsaufenthalt ermöglichen und bei Interesse, Ausbildungsstellen bis nach dem Auslandsaufenthalt reservieren. Hierzu gehört z. B. Elkamet. Das Finanzamt wiederum bietet befristete Verträge, um Wartezeiten, die z. B. mit einem Auslandsaufenthalt verbunden sind, zu überbrücken.

Bei Fragen zum Thema Duales Studium oder allgemein zur Berufsorientierung bietet Herr Hoffmann Sprechstunden im Gymnasium Philippinum an.

Am Ende der Veranstaltung konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen an die Gäste stellen, sodass vor Ort alle wesentlichen Themen angesprochen wurden.

Das Gymnasium Philippinum bedankt sich sehr bei allen Gästen und würde sich freuen, die Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder anbieten zu können.

Steffen Maier

Koordinator für die BSO

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