Thorsten und der Gartenzwerg

Allgemein

Eine Kurzgeschichte aus der 7a

Thorsten ist ein Junge von 11 Jahren, der zur Zeit nicht zur Schule gehen kann, weil diese abgebrannt ist. Jetzt hat er Aufgaben für zu Hause für die nächsten Wochen bekommen, bis eine Lösung für den Unterricht gefunden ist.

Thorsten geht, wie jeden Tag, heute wieder in das Gartenhaus, um seine Aufgaben zu machen. Er hat kein eigenes Zimmer und kann sich daher nicht so gut konzentrieren, weil sein kleiner Bruder ihn nervt. Seine Eltern sind leider auch keine Hilfe, da sie den ganzen Tag arbeiten müssen und nur abends da sind und sich dann betrinken. Deswegen ist das Gartenhaus ein Rückzugsort für ihn.

Als er heute wieder in dem Gartenhaus seine Aufgaben machen wollte, fiel ihm auf einmal auf, dass der Gartenzwerg aus Ton heute an einer anderen Stelle als gestern stand. Zuerst fragte er seine Eltern, ob sie ihn vielleicht umgestellt hätten. Aber sie sagten „nein“ und sagten dann noch, dass er sich wieder um seine Schulaufgaben und nicht um den Gartenzwerg kümmern solle. Doch als Thorsten wieder ins Gartenhaus zurückkehrte, sah er den Gartenzwerg seine Aufgaben machen. Er saß auf seinem Stuhl wie ein Mensch, nur etwas kleiner und schrieb die Lösungen der Matheaufgaben hin. Thorsten sagte: „Ej, was machst du denn da? Ich habe keine Lust, das gleich alles wieder wegzukillern. Hör auf!“ Darauf antwortete der Gartenzwerg: „Ich werde nicht aufhören, bis ich alles fertig gemacht habe von deinen Aufgaben.“ Thorsten fragte: „Woher weißt du die ganzen Lösungen?“ Der Gartenzwerg antwortete: „Ich sehe zwar nicht so aus, aber ich bin sehr schlau und weiß die ganzen Lösungen.“ Darauf sagte Thorsten: „Gib mir mal das Matheblatt!“ Thorsten rechnete alle Aufgaben nach und kam zu dem Schluss, dass der Gartenzwerg wirklich seine ganzen Aufgaben richtig gemacht hatte.

Dies ging Tag für Tag so weiter, bis seine Eltern sich wunderten, dass er alle Aufgaben immer richtig hatte. Sie fragten Thorsten, warum er denn immer alle Aufgaben richtig gelöst habe. Und er rückte mit der Wahrheit raus. Dies wollten ihm seine Eltern natürlich nicht glauben und schickten Thorsten zur Nachhilfe, weil sie dachten, er hätte alles aus dem Internet abgeschrieben. Aber als Thorsten eines Tages von der Nachhilfe nach Hause kam, war der Gartenzwerg verschwunden. Somit musste Thorsten seine Aufgaben immer alleine oder mit der Nachhilfe machen. Ab diesem Zeitpunkt hatten die Eltern ein gutes Gefühl, weil sie merkten, dass die Nachhilfe etwas gebracht hatte. Als er dann wieder in die Schule gehen konnte, tauchte der Gartenzwerg nach seinem plötzlichen Verschwinden zwei Wochen zuvor eines Tages einfach wieder auf und sagte:

„Dies war nur ein Test, ich wollte sehen, ob du die Aufgaben auch alleine schaffst! Am Anfang hast Du es ja nicht so gut hinbekommen, aber am Ende hast du die Aufgaben fehlerfrei gelöst.“ Und dann sagte der Gartenzwerg auf einmal noch: „ Weil du ja letzte Woche 12 Jahre alt geworden bist, muss ich dich jetzt leider verlassen und anderen Kindern helfen.“ Somit sah Thorsten den Gartenzwerg nie wieder, aber schaffte die nächsten Klassen problemlos. Und er hatte am Ende einen Abiturschnitt von 2,4.

Wenn Thorsten jetzt in einen Baumarkt geht und einen Gartenzwerg sieht, hat er das Gefühl, dass der Gartenzwerg ihm zuzwinkert.

Tobias Ibe

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