Die Bootstaufe der „Philippa“

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Die Oberhessische Presse berichtete

Die Oberhessische Presse vom 08.07.2021, S. 4

Die „Philippa“ gleitet über den Edersee

Das Gymnasium Philippinum verfügt über ein in Eigenregie aufgearbeitetes Segelboot

Marburg. Wie geht man eigentlich bei einer Bootstaufe vor? Schulleiter Michael Breining beantwortete diese Frage am Montagnachmittag auf dem Schulhof vor dem Eingang des Gymnasiums Philippinum. Dort stand das von Schülern frisch aufbereitete Segelboot, das nun den Mitwirkenden an der Segel-AG für deren Ausbildung sowie der Schulgemeinde für Segelausflüge auf dem Edersee zur Verfügung steht. Für das Ritual der Bootstaufe benötigt man drei Dinge, erklärte Breining: „Eine junge Frau, die nicht rothaarig sein und auch kein grünes Bekleidungsstück tragen darf; etwas frisches Grünes, das am Bug befestigt ist und verschwindet, wenn das Boot ins Wasser taucht; eine Flasche Sekt, dessen Inhalt bei kleinen Gefährten auch auf das Boot gegossen werden kann.“

Die Wahl fiel auf Clarissa Troidl, die den alkoholfreien Sekt über das Boot goss und ihm somit den Namen „Philippa“ gab. Eine Schülerin war es auch, die den ehemaligen Leiter der Segel-AG auf die Idee brachte, ein Schulboot anzuschaffen, indem sie vor rund zwei Jahren nach einem Schulkurs bei der Segelschule Rehbach am Edersee zur Vorbereitung für die Prüfung zum Segelschein meinte, das Lernen an einem realen Objekt sei doch viel besser als eine Power-Point-Präsentation. Daraufhin suchte Dr. Horst Falk auf einer Internetplattform per Inserat eine Conger-Jolle als Spende für das Gymnasium. Ein Hamburger Segler stellte ein Familienboot unter der Bedingung bereit, dass es abgeholt werde, woraufhin Falk in gleicher Machart auch noch einen Trailer für den Bootstransport organisierte.

Dennoch war es bis zum Umbenennen der Jolle ein langer Weg, den die rund 25 Zuschauer der Bootstaufe bei einer Filmvorführung nachverfolgen konnten. Insgesamt rund 15 Schüler begaben sich jeden Donnerstagnachmittag zur Marburger Bootswerft, um unter fachgerechter Anleitung das Boot wieder aufzuarbeiten. In 400 bis 500 Arbeitsstunden, schätzt Projektleiter Stefan Hettche von der Marburger Bootswerft, schliffen sie den orangenen Lack vom Rumpf sowie den grünen Lack des Decks ab. Eine „schöne Erfahrung“ habe er mit den „sehr engagierten Schülern“ erlebt, sagt Hettche, dessen Mitarbeiter die Laminier- und Lackierarbeiten übernahmen.

Nach rund zwei Jahren schweißtreibender Arbeit verfügt das Gymnasium Philippinum über ein eigenes Segelboot. Bianca Dietrich dankte als neue Leiterin der Segel-AG allen Unterstützern und nahm von Staatssekretär Dr. Stefan Heck einen Rettungsring sowie „nochmals 500 Euro aus Lottomitteln“ entgegen. Die will Dietrich unter anderem für den Kauf von Schwimmwesten verwenden.

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