Studienfahrt zum Treffpunkt von Orient und Okzident

Kursfahrt vom PoWi-Leistungskurs des Gymnasium Philippinum nach Istanbul

Ein Reisebericht von Kirsten vom Ende und Nele Harbrecht
Foto: privat


Der Leistungskurs „Politik und Wirtschaft“ der Jahrgangsstufe 13 des Gymnasium Philippinum besichtigte anlässlich seiner Abschlussfahrt für eine Woche Istanbul. Neben dem Besuch historischer und kultureller Stätten stand besonders der kulturpolitische Austausch mit Schülern der Privatschule Eyüboglu im Mittelpunkt. Weitere Besonderheiten der Reise waren ein Besuch im Goethe-Institut und im Deutschen Generalkonsulat Istanbul.

In diesem gewann man einen umfassenden Einblick in dessen Arbeit und Aufgaben, die besonders die Förderung deutsch-türkischer Beziehungen beinhalten. Auch die Vertretung deutscher Interessen in der Türkei, sowohl politisch als auch wirtschaftlich, ist zentraler Bestandteil der Arbeit. In einem Gespräch mit dem Diplomaten Herrn von Wesendonck wurden Fragestellungen zu Politik, Gesellschaft und Wirtschaft erörtert. Die Türkei, besonders Istanbul gewinne zunehmend an wirtschaftlicher und industrieller Bedeutung und sei Standort vieler Produktionsstätten von unter anderem auch deutschen Unternehmen, zum Beispiel der Automobilindustrie. Aber nicht nur in der Wirtschaft sondern auch in der Politik finde ein Prozess der Annäherung an westeuropäische Staaten statt. So sehe die Türkei die Förderung eines umfassenden Bildungsstandards zunehmend als Mittel für Fortschritt und zur Sicherung des Wohlstandes im Land.

Eine weitere Institution zur Förderung deutsch-türkischer Beziehungen ist das Goethe-Institut. Dieses bietet Sprachkurse zur Deutschlehrerausbildung sowie für zukünftig in Deutschland lebende Türken an. Des Weiteren fördert das Institut Projekte zur kulturellen Interaktion wie Theater- oder Musikveranstaltungen. An der Arbeit des Goethe-Instituts Interessierten wird die Möglichkeit von mehrwöchigen Praktika gegeben.

Eindrücklicher Höhepunkt und besonderer Erfahrungswert dieser Reise war die Hospitation in der Schule Eyüboglu. An dieser Privatschule, an der neben hauptsächlich türkischen Schülern auch viele Austauschschüler unterrichtet werden, faszinierte das umfangreiche Angebot künstlerischer, musikalischer und sportlicher Aktivitäten sowie der zweisprachig erteilte Unterricht auf Türkisch und Englisch. Der Großteil der Schüler wählt als zweite Fremdsprache Deutsch oder Französisch. Nach einer Führung durch die Räumlichkeiten der unterschiedlichen Gebäude wurden zur Begrüßung Präsentationen über die Türkei und Eyüboglu sowie Marburg und das Gymnasium Philippinum gehalten. Bei typisch türkischem Tee und Gebäck wurden in Diskussionsgruppen verschiedene Themen wie Education, Politics, Culture und European Union behandelt. Ein Großteil der Schulabsolventen von Eyüboglu strebt ein Auslandsstudium in den Vereinigten Staaten, Frankreich oder Deutschland an. In der jetzigen Generation scheint sich eine Bildungsschicht zu etablieren, die die sozial-, kultur- und wirtschaftspolitische Kooperation zu Westeuropa weiter auszubauen versucht. Allgemein kam es in angeregten Gesprächen zu einem kulturpolitisch sehr interessanten und informativen Meinungsaustausch, so ging es unteranderem darum, wie, sowohl die türkischen als auch die deutschen Schüler zum EU-Beitritt der Türkei stehen und welche Vor- und Nachteile dieser für die beiden Länder hätte. Am Ende dieser Begegnung entstanden wertvolle Eindrücke über die Mentalität, das Temperament und die Aufgeschlossenheit der türkischen Schüler. Durch den voraussichtlichen Besuch einer Schülergruppe von Eyüboglu in Marburg am Gymnasium Philippinum sollen diese Eindrücke bestärkt und intensiviert werden.



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